* Mitmachaktion: Versteckte Tiere

Ist das vegan?

Mit dem Motto „Versteckte Tiere“ ist nicht etwa eine späte Osteraktion gemeint – Sondern eine Aktion des Vegetarier Bundes Deutschlands und Foodwatch für eine bessere Transparenz und Auszeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel.

Die Lebensmittelindustrie kennzeichnet ihre Produkte hinsichtlich tierischer Bestandteile nicht ausreichend, da eine Gesetzeslücke es ermöglicht, dass zwar im Lebensmittel enthaltene Inhaltsstoffe angegeben werden müssen, solche die zur Verarbeitung verwendet werden – als Träger,- oder Lösungsstoff – müssen in der Zutatenliste nicht auftauchen. Zusätzlich sind tierische Bestandteile nur verschlüsselt in E-Nummern angegeben.

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Und welche sind das, bitteschön?

Die Beispiele sind zahlreich, weswegen ich hier nur einige nennen werde.
Das meist bekannteste Beispiel ist der Einsatz von Gelatine oder einer Fischblase zur Klärung und als Trägerstoff für zugesetzte Vitamine von Getränken – vor allem Wein, Sekt und Säften.

Rote Marmelade wird nicht selten mit „Echtem Karmin“ eingefärbt – auch als „E120“ gekennzeichnet. Dieser Farbstoff wird aus befruchteten, getrockneten Scharlach-Schildläusen gewonnen.

Auch Schweineborsten kann von Bäckereien (Insbesondere Großbäckereien) zur Zubereitung von Brot verwendet worden sein. L-Cylestein – hergestellt aus Schweineborsten oder Federn – sorgt dafür, dass der Teig nicht so sehr verklebt.

Eine weitere, gruselige Wahrheit ist, dass Obst, Süßwaren und Schokolade oder Kaffebohnen oft mit tierischen Bestandteilen überzogen wird. Etwa mit Bienenwachs oder Schelllack, welcher von weiblichen Gummischlildläusen zur Schutz ihrer Brut ausgesondert wird. Um das Ganze noch undurchsichtiger zu machen wird Bienenwachs dann als „E901“ und Schelllack als „E904“ gekennzeichnet.

Erfolge der Kampagne

Die Kampagne startete bereits im August 2012 und konnte bereits kleine Erfolge kennzeichnen: So wurde zum Beispiel durch die Unterstützung von mehr als 65.000 Menschen, erreicht werden, dass Granini Fisch-Gelatine nicht länger als Trägerstoff für das zugesetzte Vitamin A verwendet.

Um nun auch von der Regierung eine Reaktion zu fordern, soll mithilfe dieser E-Mail Aktion die Bundesverbraucherministerin Aigner (CSU) dazu bewegt werden einen neuen Gesetzentwurf in den Bundesrat zu bringen. In diesem fordern VEBU und Foodwatch eine Kennzeichnung der nicht vegetarischen- und veganen Inhaltsstoffe in der Produktion, sowie eine einheitliche Definition der Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ und der damit verbundenen besseren Auszeichnung von Lebensmitteln als für diese Lebensform geeignetes.

Was kann ich in der Zwischenzeit tun?

Da es wahrscheinlich noch was dauern wird bis ein solcher Gesetzesentwurf durchgesetzt wird, fragen sich bestimmt viele, wie man sich in der Zwischenzeit optimal informieren kann.
Leider ist man hier oft auf sich selber und seine eigene Detektivarbeit angewiesen. In erster Linie hilft dabei eine Produktanfrage an den Hersteller, der darüber Auskunft geben soll, ob in dem Produkt nicht vegane Bestandteile enthalten sind.

Zudem bietet die Website www.zusatzstoffe-online.de die Möglichkeit den Hintergrund eines Zusatzstoffes oder einer E-Nummer zu erfahren.

Ansonsten können wir uns lediglich auf die bereits als offiziell „vegan“ gekennzeichneten Lebensmittel verlassen und auf einen Erfolg dieser Aktion hoffen.

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Kommentare zu Mitmachaktion: Versteckte Tiere

  • […] bereits in unserem Artikel Versteckte Tiere erwähnt, fällt es der Lebensmittelindustrie extrem schwer, ihre Produkte ausreichend auf […]

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